Hernien-Behandlung

Eine Hernie bildet sich niemals selbst zurück. Nur durch eine Operation können schwerwiegende bis lebensbedrohliche Folgen – z. B. durch Einklemmung von Organen - vermieden werden. Sog. Bruch-oder Spranzbänder, die aus Angst vor dem Eingriff auch heute noch vielfach genutzt (und leider unverständlicherweise auch immer noch beworben) werden, haben absolut keinen Nutzwert, sondern bergen im Gegenteil sogar ein hohes Schadenspotenzial, das die Situation nicht verbessert, sondern sogar noch deutlich verschlimmert.

Früher ging eine Leistenbruch-Operation mit einem 10 bis 15 cm langen Hautschnitt einher, mit dem die Leiste freigelegt wurde. Dabei wurde die äußere Bauchwand durchtrennt und später wieder vernäht. Für den Patienten waren damit ein mindestens einwöchiger stationärer Aufenthalt im Krankenhaus sowie eine mehrwöchige körperliche Schonung verbunden.

Hernien-netzSolche Techniken gehören längst der Vergangenheit an. Heute überwiegen schonende Operationsverfahren, die für den Patienten deutlich weniger belastend sind. Hierbei werden die Bruchlücken durch spezielle Kunststoffnetze spannungsfrei verschlossen und die Schwachstellen in der Bauchwand von innen verstärkt. In den allermeisten Fällen ist ein solcher Eingriff minimal-invasiv möglich, also mit sehr kleinen Schnitten und ohne großflächige Eröffnung des Bauchraums. Vorteil gegenüber der früheren Technik sind neben den nur sehr kleinen Narben vor allem geringere Schmerzen. Körperliche Aktivitäten können in aller Regel bereits zwei Tage später wieder aufgenommen werden. Nach ca. zwei Wochen ist meist auch wieder Sport oder körperlich schwere Arbeit möglich. Auch das erneute Auftreten von Brüchen (sog. Rezidiv) wird durch diese Technik verhindert.
Schematische Darstellung einer Nabelhernien-OP


Hernien-OPDie Wahl des jeweiligen Operationsverfahrens wird immer individuell auf den jeweiligen Patienten abgestimmt. Ausschlaggebende Kriterien sind dabei Alter, Geschlecht, mögliche Vor-Operationen, Ausmaß der Hernie sowie allgemeiner Gesundheitszustand. Diese entscheiden auch darüber, ob die Operation ambulant erfolgen kann. Vielfach ist dies möglich, so dass der Patient bereits am Nachmittag wieder nach Hause gehen kann. Bei vorliegenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sonstigen Risiken oder größeren Hernien bietet ein kurzer stationärer Aufenthalt häufig mehr Sicherheit. Die direkte Nähe und intensive Kooperation der Praxis Dr. Döppenschmitt mit einer Klink bietet hier entscheidende Vorteile – auch dann, wenn nach einer eigentlich ambulant geplanten Operation doch eine kurze stationäre Versorgung empfehlenswert erscheint.