Erkrankungen der Hand

Die Hand ist das feinste und komplexeste Bewegungsorgan des menschlichen Körpers. Handerkrankungen sind weit verbreitet und treten meist im Alter von 50 bis 60 Jahren auf. Frauen sind etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer. Zu den häufigsten Krankheiten gehören das Karpaltunnelsyndrom und die Sehnenscheidenentzündung („Springfinger“).


Das Karpaltunnelsyndrom bezeichnet eine Nervenleitungsstörung am Handwurzelkanal. Häufige Symptome sind Gefühlsstörungen oder Kraftverlust der Finger, Greifschwächen, Durchblutungsstörungen und nächtlicher Ruheschmerz. Ursachen können neben Diabetes, Gicht und einer rheumatische Grunderkrankung auch chronische Entzündungen sein. Die korrekte Diagnose lässt sich in der Regel allein durch die Schilderung der Beschwerden stellen. Eine Messung der Nervenleitgeschwindigkeit durch einen Facharzt für Neurologie ist jedoch zusätzlich notwendig. In milden Fällen können Nachtschiene und entzündungshemmende Medikamente vorübergehend Linderung bringen. Der schnellste und wirksamste Weg, nachhaltige Beschwerdefreiheit zu erzielen, ist jedoch die Operation.


Beim sog. „Springfinger“ (auch Schnappfinger) bleibt ein Finger beim Strecken oder beim Beugen zurück und folgt dann unter Schmerz „springend“ den anderen. Ursache ist eine Verdickung der Sehne am Übergang der Hohlhand zum Finger (Sehnenscheidenentzündung). Im fortgeschrittenen Stadium wird der Sehnenknoten größer, was zu einer zunehmenden Einschränkung der Beweglichkeit führt. Eine gesicherte Diagnose ist vielfach allein anhand der typischen Beschwerden möglich, so dass Röntgenaufnahmen oder Blutuntersuchungen meist nicht erforderlich sind.


Die Operation des Karpaltunnelsyndroms und des „Springfingers“ sind kleine und unblutige Eingriffe, die selten länger als 20 Minuten dauern und in der Regel in örtlicher Betäubung (auf Wunsch aber auch in Vollnarkose) durchgeführt werden. Sehr häufig kommt es sofort danach zu einer subjektiven Verbesserung oder sogar völligen Schmerzfreiheit. Nach der OP wird die Hand etwa eine Woche durch eine Gipsschiene ruhig gestellt. Während dieser Zeit bleibt die Beweglichkeit der Finger jedoch erhalten und sollte auch speziell trainiert werden. Im Durchschnitt kann die Hand nach vier bis sechs Wochen wieder voll belastet werden.