Gefäßerkrankungen

GefäßsystemDer Zustand der Gefäße ist entscheidend für Gesundheitszustand und Lebensqualität. Schon im Mutterleib ist eine intakte Gefäßversorgung für das Gedeihen des ungeborenen Kindes unverzichtbar. Bedingt durch die Lebensbedingungen der modernen Zivilisationsgesellschaft steigt das Risiko für Schäden im Gefäßsystem. Zusammen mit Herzerkrankungen gehören Gefäßerkrankungen heute zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland. Vorsorge, Früherkennung und der rechtzeitige Beginn einer Therapie nehmen daher einen immer wichtigeren Stellenwert ein, um ernsthafte gesundheitliche Schäden zu vermeiden. Gefäßerkrankungen können die Arterien (Schlagadern), die Venen oder das Lymphsystem betreffen.


Häufigste Erkrankung der Arterien ist die Arteriosklerose. Dabei führen Kalk- und Fettablagerungen mit der Zeit zu sog. Stenosen (Verengungen) an vielen Stellen des Schlagadersystems mit der Gefahr eines Verschlusses. Schlaganfall und Herzinfarkt sind die bekanntesten Folgen einer Durchblutungsstörung, denn empfindliche Organe wie Herz und Gehirn leiden am schnellsten unter einer Minderversorgung. Jedoch kann es auch in anderen Regionen zu erheblichen Funktionseinschränkungen kommen. So spricht man von peripherer arterieller Verschlusskrankheit (pAVK), wenn in den Arterien des Beckens un der Beine Einengungen oder Verschlüsse auftreten, aus denen Durchblutungsstörungen resultieren. Die pAVK wird oftmals auch als Schaufensterkrankheit bezeichnet, da Betroffene vielfach nur noch kurze Laufstrecken schmerzfrei zurücklegen können und dann stehenbleiben müssen.


Das häufigste Krankheitsbild bei Erkrankungen der Venen sind Krampfaderleiden. Die sog. Varizen betreffen im Wesentlichen das oberflächliche Venensystem. Vor allem von Frauen werden die ästhetischen Beeinträchtigungen als störend empfunden. Wesentlich bedeutsamer und gefährlicher sind jedoch die funktionellen Folgen der Varizen. Thrombose und geschwürige Hautveränderungen, die bei fortgeschrittener Venenschwäche zu einem offenen Bein (Ulcus cruris) führen können, sind hierbei nur zwei Beispiele. Entzündungen und Gerinnselbildung in den oberflächlichen Hautvenen (Thrombophlebitis) sind ebenfalls ernstzunehmende Probleme, die durch Krampfadern verursacht werden können.


Erkrankungen der Lymphgefäße führen zu Lymphabflussstörungen. Die Lymphgefäßbahnen verlaufen parallel zu den Venen des Körpers. Die kleinen Lymphgefäße beginnen im Gewebe, wo sie sich zu immer größeren Lymphbahnen vereinigen. Kommt es zu Abflussstörungen, wird eine Behandlung der Schwellungen und Ödeme notwendig.