Enddarmerkrankungen


Der Enddarm oder Mastdarm ist das letzte Stück des Verdauungstraktes und misst ca. 20 cm. Zu den häufigsten Erkrankungen des Enddarms zählen u.a. Hämorrhoidalleiden, Abszesse, Analfisteln und –fissuren. Allen gemeinsam ist, dass sie sehr unangenehm und oft schmerzhaft sind und daher die Lebensqualität erheblich einschränken können. Obwohl sehr viele - übrigens zunehmend auch jüngere - Menschen betroffen sind, gelten Enddarmerkrankungen immer noch als Tabuthema, über das man selbst mit dem Arzt nicht gerne spricht. Aus Scham werden Probleme daher entweder so lange ignoriert, bis die Situation unerträglich wird oder es wird versucht, durch Selbstmedikation eine Linderung herbeizuführen. In aller Regel führt dies aber nicht zum Erfolg, sondern im Gegenteil eher zu einer Verschlechterung der Krankheit mit ernsthaften Folgen. Eine frühzeitige Diagnostik und fachärztliche Behandlung sind daher sehr wichtig. Für Mediziner, die sich auf den Bereich der Proktologie spezialisiert haben, gehört die Beschäftigung mit Hämorrhoiden, Abszesse etc. zum ganz normalen Alltag, denn Enddarmerkrankungen kommen sehr häufig vor und sind somit alles andere als Einzelfälle. Dafür schämen sollte sich niemand.


Hämorrhoiden hat im Grunde jeder Mensch, denn es handelt sich dabei um Schwellkörper, die in der Schleimhaut des unteren Enddarms ein dichtes Gefäßpolster bilden. Erst wenn sich hier das Blut staut und nicht mehr ungehindert abfließen kann, liegt ein Hämorrhoidalleiden vor, das der Volksmund vereinfacht als „Hämorrhoiden“ bezeichnet. Die krankhafte Vergrößerung der Hämorrhoiden wird in vier Stadien (Grad) eingeteilt, die unterschiedliche Symptome verursachen und eine differenzierte (stadiengerechte) Therapie benötigen.


Im Stadium I sind sie von außen noch nicht sichtbar, verursachen vielfach keine Beschwerden und können sich ohne spezielle Behandlung zurückbilden. Im Stadium II sind die Knoten schon größer und treten beim Pressen sichtbar hervor. Ohne Behandlung können sich die Hämorrhoiden nicht mehr spontan zurückbilden. Beim Stadium III fallen die Knoten bei Anstrengung (Stuhlgang) oder auch spontan vollständig vor die Afteröffnung (Prolaps) und ziehen sich nicht mehr von selbst in den Analkanal zurück. Ein Hineinschieben ist jedoch noch möglich. Es kann zu Einklemmungen und Blutung kommen. Im Stadium IV liegen die Hämorrhoiden permanent vor der Afteröffnung, sind ständig sichtbar und können auch manuell nicht mehr zurückgeschoben werden. Vielfach kommt es zu einem sog. Analprolaps, bei dem neben den Hämorrhoiden auch die Schleimhaut des Afterkanals bis zu 2 cm aus dem After herausragt.


Analfisteln sind entzündliche Gänge im Enddarmbereich, die sich durch einen Abszess bilden. Ein Abszess entwickelt sich meist aus einer eitrigen Entzündung im Bereich der Analdrüsen. Wird der Druck innerhalb der Eiterblase zu groß, sucht sich das Sekret einen Weg nach außen. Es entsteht eine Fistel, also eine schmale, röhrenförmige Verbindung zwischen der entzündeten Drüse und der äußeren Haut der Afterregion.